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	<title>Jura-Update</title>
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	<description>Neustes aus dem Rechtsgeschehen.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 10 Sep 2026 11:22:36 +0000</lastBuildDate>
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		<title>&#8220;Werkstattrisiko&#8221; in der Kfz-Kaskoversicherung</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 13:35:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[gesetzlicher Anspruch gegen Versicherer]]></category>
		<category><![CDATA[Kaskoversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[vertraglicher Anspruch Kaskoversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstattrisiko]]></category>

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		<description><![CDATA[Urteil vom 9. September 2026 &#8211; IV ZR 235/25 Der unter anderem für das Versicherungsvertragsrecht zuständige IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass die vom Kfz-Kaskoversicherer zu erstattenden &#8220;für die Reparatur erforderlichen Kosten&#8221; grundsätzlich keine unberechtigten Rechnungspositionen umfassen. Das sogenannte Werkstattrisiko verbleibt insoweit in der Regel beim Versicherungsnehmer. Sachverhalt und bisheriger Prozessverlauf: Das Fahrzeug [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Urteil vom 9. September 2026 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20ZR%20235/25" target="_blank" title="BGH, anh&auml;ngiges Verfahren - IV ZR 235/25: &quot;Werkstattrisiko&quot; in der Kfz-Kaskoversicherung">IV ZR 235/25</a> </p>
<p>Der unter anderem für das Versicherungsvertragsrecht zuständige IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass die vom Kfz-Kaskoversicherer zu erstattenden &#8220;für die Reparatur erforderlichen Kosten&#8221; grundsätzlich keine unberechtigten Rechnungspositionen umfassen. Das sogenannte Werkstattrisiko verbleibt insoweit in der Regel beim Versicherungsnehmer.<br />
Sachverhalt und bisheriger Prozessverlauf:<br />
Das Fahrzeug der Klägerin ist bei der Beklagten vollkaskoversichert. Nach einem Unfall wurde es in einer Werkstatt repariert. Die Beklagte beglich den Rechnungsbetrag, zog aber 389,01 € mit der Begründung ab, einzelne Arbeitsschritte seien nicht erforderlich gewesen. Sie beruft sich auf die dem Versicherungsvertrag zugrunde liegende Klausel in Ziff. A.2.6.2 Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung (AKB), die auszugsweise wie folgt lautet:<br />
&#8220;Wird das Fahrzeug beschädigt, zahlen wir die für die Reparatur erforderlichen Kosten bis zu folgenden Obergrenzen:<br />
Wird das Fahrzeug vollständig und fachgerecht repariert, zahlen wir die hierfür erforderlichen Kosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts, wenn Sie uns dies durch eine Rechnung nachweisen.&#8221;<br />
Laut einem vom Amtsgericht eingeholten Sachverständigengutachten sind mehrere Positionen der Werkstattrechnung unberechtigt überhöht.<br />
Das Amtsgericht hat die auf Zahlung des Restbetrags der Werkstattrechnung in Höhe von 389,01 € gerichtete Klage abgewiesen. Das Landgericht hat die hiergegen gerichtete Berufung der Klägerin zurückgewiesen. Mit ihrer Revision verfolgt die Klägerin ihr Klagebegehren weiter.<br />
Entscheidung des Bundesgerichtshofs:<br />
Die Revision der Klägerin hatte keinen Erfolg. Die Klage ist zu Recht abgewiesen worden. Der Bundesgerichtshof hat die bislang höchstrichterlich nicht geklärte Frage, ob in der Kfz-Kaskoversicherung der Versicherer oder der Versicherungsnehmer das sogenannte Werkstattrisiko trägt, dahin entschieden, dass dieses in der Regel beim Versicherungsnehmer verbleibt. Die nach Ziff. A.2.6.2 AKB vom Kaskoversicherer zu erstattenden &#8220;für die Reparatur erforderlichen Kosten&#8221; umfassen &#8211; jedenfalls ohne befolgte Weisungen des Versicherers an den Versicherungsnehmer hinsichtlich Auswahl oder Beauftragung der Reparaturwerkstatt &#8211; keine Rechnungspositionen, die, etwa wegen überhöhter Ansätze von Material oder Arbeitszeit oder wegen unsachgemäßer oder unwirtschaftlicher Arbeitsweise der Werkstatt, unangemessen, überflüssig oder mangels tatsächlicher Vornahme unberechtigt sind.<br />
Ein durchschnittlicher Versicherungsnehmer wird nach dem Wortlaut von Ziff. A.2.6.2 AKB davon ausgehen, dass ihm im Versicherungsfall diejenigen Aufwendungen ersetzt werden, die ein wirtschaftlich vernünftig handelnder Betroffener in seiner Lage tätigen würde, um das beschädigte Fahrzeug wieder fachgerecht herzustellen. Kosten für objektiv unnötige oder nicht durchgeführte Maßnahmen oder solche Kosten, die ihm etwa aufgrund unwirtschaftlicher Arbeitsweise einer Kfz-Werkstatt oder überhöhter Ansätze von Material oder Arbeitszeit in Rechnung gestellt werden, wird er nicht hierzu zählen.<br />
Für den Umfang der Eintrittspflicht des Versicherers ist allein dessen im Wege der Auslegung näher zu bestimmendes vertragliches Versprechen maßgeblich, während die gesetzlichen Vorschriften zum Schadensersatz keine Anwendung finden. Unerheblich ist daher, dass im gesetzlichen Haftpflichtrecht nach ständiger Rechtsprechung des VI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs und der Instanzgerichte grundsätzlich der Unfallverursacher (bzw. dessen Haftpflichtversicherer) das sogenannte Werkstattrisiko trägt (grundlegend: BGH, Urteil vom 29. Oktober 1974 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2042/73" target="_blank" title="BGH, 29.10.1974 - VI ZR 42/73: Haftung des Sch&auml;digers f&uuml;r ohne Schuld des Gesch&auml;digten entstand...">VI ZR 42/73</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2063,%20182" target="_blank" title="BGH, 29.10.1974 - VI ZR 42/73: Haftung des Sch&auml;digers f&uuml;r ohne Schuld des Gesch&auml;digten entstand...">BGHZ 63, 182</a>). Diese Grundsätze sind nicht auf das Kaskoversicherungsrecht übertragbar.<br />
Vorinstanzen:<br />
Amtsgericht Heilbronn &#8211; Urteil vom 8. August 2024 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=6%20C%202222/23" target="_blank" title="AG Heilbronn, 08.08.2024 - 6 C 2222/23: Grunds&auml;tze des &quot;Werkstattrisikos&quot; in der Kfz-Kaskoversi...">6 C 2222/23</a><br />
Landgericht Heilbronn &#8211; Urteil vom 30. September 2025 &#8211; I <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20S%2010/24" target="_blank" title="LG Heilbronn, 30.09.2025 - 4 S 10/24">4 S 10/24</a><br />
Karlsruhe, den 9. September 2026<br />
Pressestelle des Bundesgerichtshofs<br />
76125 Karlsruhe<br />
Telefon (0721) 159-5013<br />
Telefax (0721) 159-5501</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026165.html" title="Pressemitteilung BGH" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 165/2026 des Bundesgerichtshofes vom 09.09.2026</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Annahmeverzugsvergütung &#8211; Kein Auskunftsanspruch zu Bewerbungen auf Stellenangebote</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 17:20:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Annahmeverzugslohn]]></category>
		<category><![CDATA[Auskunftsanspruch; Bewerbungangebote]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Arbeitgeber hat gegen den Annahmeverzugsvergütung fordernden Arbeitnehmer einen Anspruch auf Auskunft darüber, welche Stellenangebote er von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter erhalten hat. Ein weitergehender – selbständig einklagbarer – Anspruch auf Auskunft, ob, wie und mit welchem Ergebnis sich der Arbeitnehmer auf diese beworben hat, steht dem Arbeitgeber dagegen nicht zu. Der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Arbeitgeber hat gegen den Annahmeverzugsvergütung fordernden Arbeitnehmer einen Anspruch auf Auskunft darüber, welche Stellenangebote er von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter erhalten hat. Ein weitergehender – selbständig einklagbarer – Anspruch auf Auskunft, ob, wie und mit welchem Ergebnis sich der Arbeitnehmer auf diese beworben hat, steht dem Arbeitgeber dagegen nicht zu.</p>
<p>Der Kläger verlangt nach einer unwirksamen Kündigung von der Beklagten Annahmeverzugsvergütung. Diese wendet ua. ein, er habe es iSv. <a href="http://dejure.org/gesetze/KSchG/11.html" target="_blank" title="&sect; 11 KSchG: Anrechnung auf entgangenen Zwischenverdienst">§ 11 Nr. 2 KSchG</a>* böswillig unterlassen, anderweitigen Verdienst zu erzielen. Im Rahmen einer bedingt erhobenen Stufenwiderklage hat die Beklagte Auskunftsansprüche geltend gemacht. Der Kläger soll die ihm von der staatlichen Arbeitsvermittlung unterbreiteten Stellenangebote – unter Nennung von Tätigkeit, Arbeitszeit, Arbeitsort und Vergütung – mitteilen und angeben, auf welche dieser Vorschläge er sich mit welchem Ergebnis beworben hat. Zudem soll er seine Bewerbungsunterlagen vorlegen. Darüber hinaus verlangt die Beklagte entsprechende Auskünfte und Unterlagen zu etwaigen eigenen Bemühungen des Klägers um eine anderweitige Beschäftigung. Das Landesarbeitsgericht hat im Wege eines Teilurteils über die Auskunftsbegehren der Beklagten entschieden und diesen nur in geringem Umfang stattgegeben.</p>
<p>Der Fünfte Senat des Bundesarbeitsgerichts hat das Urteil des Landesarbeitsgerichts auf die Revision der Beklagten aus prozessualen Gründen aufgehoben und die Sache an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Das Teilurteil durfte nicht ergehen, da die Widerklage unter einer unzulässigen Bedingung stand.</p>
<p>Das Landesarbeitsgericht wird im fortgesetzten Berufungsverfahren zu beachten haben, dass sich ein auf die Einwendung des <a href="http://dejure.org/gesetze/KSchG/11.html" target="_blank" title="&sect; 11 KSchG: Anrechnung auf entgangenen Zwischenverdienst">§ 11 Nr. 2 KSchG</a>* bezogener Auskunftsanspruch des Arbeitgebers gegen den Arbeitnehmer aus <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/242.html" target="_blank" title="&sect; 242 BGB: Leistung nach Treu und Glauben">§ 242 BGB</a> (Treu und Glauben) nur auf die Mitteilung der Umstände erstreckt, die der Arbeitgeber vortragen muss, um im Rahmen eines Annahmeverzugsprozesses die sekundäre Darlegungslast des Arbeitsnehmers auszulösen.</p>
<p>Die Darlegungslast für die Einwendung böswillig unterlassenen Zwischenverdienstes trägt grundsätzlich der Arbeitgeber. Um dieser zu genügen, muss er im ersten Schritt konkret vortragen, welche geeigneten und zumutbaren Beschäftigungsmöglichkeiten für den Arbeitnehmer im Verzugszeitraum bestanden. Wenn er sich hierzu auf Vermittlungsvorschläge der staatlichen Arbeitsvermittlung stützen will, weiß er weder, ob solche Vorschläge unterbreitetet wurden, noch welchen Inhalt sie haben. Daher steht ihm nach der Rechtsprechung des Fünften Senats auf der Grundlage von <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/242.html" target="_blank" title="&sect; 242 BGB: Leistung nach Treu und Glauben">§ 242 BGB</a> ein – ggf. selbständig einklagbarer – Anspruch gegen den Arbeitnehmer auf Auskunft über etwaige Vermittlungsvorschläge der Behörden und deren Inhalt zu. Ein weitergehender Anspruch des Arbeitgebers auf Auskunft darüber, ob, wie und mit welchem Ergebnis sich der Arbeitnehmer auf diese Vorschläge beworben hat, besteht nicht. Der Arbeitnehmer hat ausschließlich im Rahmen seiner sekundären Darlegungslast vorzutragen, wie er auf die ihm von der staatlichen Arbeitsvermittlung unterbreiteten Stellenangebote reagiert und welche Bewerbungsbemühungen er insoweit mit welchem Ergebnis unternommen hat. Der Arbeitgeber benötigt die begehrten Informationen nicht, um seine Einwendung nach <a href="http://dejure.org/gesetze/KSchG/11.html" target="_blank" title="&sect; 11 KSchG: Anrechnung auf entgangenen Zwischenverdienst">§ 11 Nr. 2 KSchG</a>* zu erheben. Aus diesem Grund besteht auch kein Anspruch auf Auskunft gegen den arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmer über eigene Bemühungen um eine anderweitige Beschäftigung.</p>
<p>Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 26. August 2026 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20AZR%2037/25" target="_blank" title="BAG, 26.08.2026 - 5 AZR 37/25: Wie weit reicht der Auskunftsanspruch des Arbeitgebers bei Annah...">5 AZR 37/25</a> –<br />
Vorinstanz: Hessisches Landesarbeitsgericht, Teilurteil vom 25. September 2024 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=18%20SLa%20467/24" target="_blank" title="LAG Hessen, 25.09.2024 - 18 SLa 467/24: Teilurteil bei Rechtsstreit um Annahmeverzugslohn">18 SLa 467/24</a> –</p>
<p>Hinweise</p>
<p>*<a href="http://dejure.org/gesetze/KSchG/11.html" target="_blank" title="&sect; 11 KSchG: Anrechnung auf entgangenen Zwischenverdienst">§ 11</a> Kündigungsschutzgesetz Anrechnung auf entgangenen Zwischenverdienst</p>
<p>Besteht nach der Entscheidung des Gerichts das Arbeitsverhältnis fort, so muss sich der Arbeitnehmer auf das Arbeitsentgelt, das ihm der Arbeitgeber für die Zeit nach der Entlassung schuldet, anrechnen lassen, …</p>
<p>1. …</p>
<p>2. was er hätte verdienen können, wenn er es nicht böswillig unterlassen hätte, eine ihm zumutbare Arbeit anzunehmen, …</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.bundesarbeitsgericht.de/presse/annahmeverzugsverguetung-kein-auskunftsanspruch-zu-bewerbungen-auf-stellenangebote/" title="Pressemitteilung BAG" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 29/26 des Bundesarbeitsgerichtes vom 26.08.2026</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zum Anspruch eines Wohnungseigentümers auf Einbau eines Klima-Splitgeräts</title>
		<link>https://www.ra-wollschlaeger.de/jura-update/allgemein/zum-anspruch-eines-wohnungseigentumers-auf-einbau-eines-klima-splitgerats/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2026 13:46:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Miet- und Immobilienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Anspruch eines Eigentümer]]></category>
		<category><![CDATA[Einbau Splitgerät]]></category>
		<category><![CDATA[Klimanlage]]></category>
		<category><![CDATA[WEG]]></category>

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		<description><![CDATA[Urteil vom 17. Juli 2026 &#8211; V ZR 162/25 Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass ein Wohnungseigentümer von der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer grundsätzlich die Gestattung des Einbaus eines Klima-Splitgeräts auf seinem Balkon verlangen kann. Sachverhalt: Die Kläger sind Mitglieder der beklagten Gemeinschaft der Wohnungseigentümer. Auf einer Eigentümerversammlung vom 14. Dezember 2023 beantragten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p> Urteil vom 17. Juli 2026 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20162/25" target="_blank" title="BGH, 17.07.2026 - V ZR 162/25: Zum Anspruch eines Wohnungseigent&uuml;mers auf Einbau eines Klima-Sp...">V ZR 162/25</a></p>
<p>Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass ein Wohnungseigentümer von der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer grundsätzlich die Gestattung des Einbaus eines Klima-Splitgeräts auf seinem Balkon verlangen kann.</p>
<p>Sachverhalt:</p>
<p>Die Kläger sind Mitglieder der beklagten Gemeinschaft der Wohnungseigentümer. Auf einer Eigentümerversammlung vom 14. Dezember 2023 beantragten sie, ihnen den Einbau eines Klima-Splitgeräts auf dem zu ihrer Wohnung gehörenden Balkon zu gestatten. Dieser Beschlussantrag fand keine Mehrheit.</p>
<p>Bisheriger Prozessverlauf:</p>
<p>Das Amtsgericht hat die von den Klägern erhobene Beschlussersetzungsklage abgewiesen. Auf die Berufung der Kläger hat das Landgericht das Urteil abgeändert und den Gestattungsbeschluss &#8211; mit näheren Vorgaben u.a. zur Art des Klima-Splitgeräts und zum Betriebsmodus &#8211; ersetzt. Dagegen wendet sich die beklagte Gemeinschaft mit der von dem Landgericht zugelassenen Revision, deren Zurückweisung die Kläger beantragen.</p>
<p>Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs:</p>
<p>Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts bestätigt. Dem liegen folgende Überlegungen zugrunde:</p>
<p>Bei dem mit der Durchbohrung der Fassade verbundenen Einbau eines Klima-Splitgeräts handelt es sich um eine bauliche Veränderung des gemeinschaftlichen Eigentums, die nach <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/20.html" target="_blank" title="&sect; 20 WEG: Bauliche Ver&auml;nderungen">§ 20 Abs. 1 WEG</a> der Gestattung durch Beschluss bedarf. Gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/20.html" target="_blank" title="&sect; 20 WEG: Bauliche Ver&auml;nderungen">§ 20 Abs. 2 WEG</a> können einzelne Wohnungseigentümer verlangen, dass ihnen näher bezeichnete angemessene bauliche Veränderungen &#8211; sogenannte privilegierte Maßnahmen, die im gesamtgesellschaftlichen Interesse etwa dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen oder dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge dienen &#8211; gestattet werden. Obwohl Klima-Splitgeräte nicht zu diesen enumerativ aufgezählten privilegierten Maßnahmen gehören, kann ein Anspruch auf die Gestattung des Einbaus nach <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/20.html" target="_blank" title="&sect; 20 WEG: Bauliche Ver&auml;nderungen">§ 20 Abs. 3 WEG</a> bestehen. Voraussetzung dafür ist, dass alle Wohnungseigentümer, deren Rechte durch die bauliche Veränderung über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt werden, einverstanden sind oder dass es an einer Beeinträchtigung im Sinne des Gesetzes fehlt; verfolgt werden kann ein solcher Gestattungsanspruch mit der Beschlussersetzungsklage nach <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/44.html" target="_blank" title="&sect; 44 WEG: Beschlussklagen">§ 44 Abs. 1 Satz 2 WEG</a>.</p>
<p>Für den Erfolg der Beschlussersetzungsklage kommt es hier infolgedessen &#8211; mangels Einverständnisses der anderen Wohnungseigentümer &#8211; darauf an, ob der Einbau eines Klima-Splitgeräts zu einer Beeinträchtigung im Sinne von <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/20.html" target="_blank" title="&sect; 20 WEG: Bauliche Ver&auml;nderungen">§ 20 Abs. 3 WEG</a> führt, ob also Rechte der nicht zustimmenden Wohnungseigentümer durch die bauliche Veränderung über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt werden. Insoweit bedarf es einer Abwägung der durch die Eigentumsgarantie des <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/14.html" target="_blank" title="Art. 14 GG">Art. 14 GG</a> geschützten Grundrechtspositionen sowohl der nicht zustimmenden als auch der bauwilligen Wohnungseigentümer. Es entspricht ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass es auch größere Eingriffe in die Substanz des gemeinschaftlichen Eigentums &#8211; wie etwa Fassadendurchbrüche oder die Entfernung einer tragenden Wand &#8211; geben kann, die, wenn sie sachgerecht geplant und fachgerecht durchgeführt werden, die Schwelle der rechtlich erheblichen Beeinträchtigung im Sinne von <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/20.html" target="_blank" title="&sect; 20 WEG: Bauliche Ver&auml;nderungen">§ 20 Abs. 3 WEG</a> nicht erreichen. Entscheidend ist hierbei, ob sich kein (der baulichen Veränderung nicht zustimmender) Wohnungseigentümer nach der Verkehrsanschauung verständlicherweise beeinträchtigt fühlen kann.</p>
<p>Ausgehend davon ist es nicht zu beanstanden, dass das Landgericht einen Anspruch auf Gestattung des Einbaus eines für den heimischen Markt zugelassenen Klima-Splitgeräts auf dem Balkon der Kläger bejaht. Optische Beeinträchtigungen durch das Klima-Splitgerät macht die beklagte Gemeinschaft hier schon nicht geltend. Bedenken werden vielmehr vor allem mit Blick auf die bei (späterer) Nutzung des Klima-Splitgeräts entstehenden Geräusche erhoben. Solche bei der Nutzung voraussichtlich auftretende Geräusche stehen einem Gestattungsanspruch aber regelmäßig nicht entgegen. Anders kann es nur sein, wenn ausnahmsweise bereits feststeht, dass Immissionen nach der Verkehrsanschauung zu einer Beeinträchtigung nicht zustimmender Wohnungseigentümer führen werden.</p>
<p>Mit der Neufassung des WEG durch das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz zum 1. Dezember 2020 wollte der Gesetzgeber es den Wohnungseigentümern erleichtern, den baulichen Zustand ihrer Anlagen an die sich stetig ändernden Gebrauchsbedürfnisse anzupassen, um eine &#8220;Versteinerung&#8221; des baulichen Zustands zu verhindern. Demgegenüber kann störenden Folgen der späteren Nutzung &#8211; insbesondere durch Immissionen &#8211; auch nach einer Gestattung gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/20.html" target="_blank" title="&sect; 20 WEG: Bauliche Ver&auml;nderungen">§ 20 Abs. 3 WEG</a> noch begegnet werden; gerade weil Immissionen vorrangig von dem späteren Nutzungsverhalten des bauwilligen Wohnungseigentümers abhängen werden, ist es im Rahmen der anzustellenden Interessenabwägung sachgerecht, die tatsächliche Entwicklung abzuwarten, wenn nicht zwingend zu beseitigende spätere Störungen bereits im Vorfeld des Einbaus feststehen. Sollte die Nutzung der Klimaanlage in anderen Einheiten zu Lärmstörungen führen, die insbesondere im Hinblick auf die Richtwerte der TA Lärm nicht hinzunehmen sind, können den betroffenen Wohnungseigentümern Abwehransprüche vor allem nach <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/14.html" target="_blank" title="&sect; 14 WEG: Pflichten des Wohnungseigent&uuml;mers">§ 14 Abs. 2 Nr. 1 WEG</a> bzw. § 1004 Abs. 1 BGB i.V.m. <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/906.html" target="_blank" title="&sect; 906 BGB: Zuf&uuml;hrung unw&auml;gbarer Stoffe">§ 906 BGB</a> zustehen. Solche Ansprüche werden durch die Gestattung des Einbaus der Klimaanlage nicht ausgeschlossen. Sache des störenden Wohnungseigentümers wäre es dann, die Störung zu beheben, wobei allerdings die Stilllegung der Klimaanlage in aller Regel nicht verlangt werden kann und es vorrangig zu zeitlichen Nutzungsbeschränkungen kommen wird. Daneben kann die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer, wenn es erforderlich sein sollte, auch darauf bezogene Regelungen in der Hausordnung treffen.</p>
<p>Danach ist der Gestattungsbeschluss zu Recht ersetzt worden. Insbesondere steht nicht fest, dass Immissionen zu einer Beeinträchtigung der nicht zustimmenden Wohnungseigentümer führen werden. Das für den heimischen Markt zugelassene Gerät ist grundsätzlich in der Lage, die TA Lärm einzuhalten. Festgestellt ist weiter, dass das nächste Schlafzimmerfenster mehrere Meter von dem Balkon der Kläger, auf dem das Außengerät installiert werden soll, entfernt ist. Deshalb bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die geplante Maßnahme wegen des Ortes der Anbringung des Außengeräts im Sinne von <a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/20.html" target="_blank" title="&sect; 20 WEG: Bauliche Ver&auml;nderungen">§ 20 Abs. 3 WEG</a> beeinträchtigend ist.</p>
<p>Vorinstanzen:</p>
<p>Amtsgericht Pankow &#8211; Urteil vom 24. April 2024 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=7%20C%2024/24" target="_blank" title="7 C 24/24 (2 zugeordnete Entscheidungen)">7 C 24/24</a> WEG</p>
<p>Landgericht Berlin II &#8211; Urteil vom 25. Juli 2025 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=56%20S%2040/24" target="_blank" title="56 S 40/24 (2 zugeordnete Entscheidungen)">56 S 40/24</a> WEG</p>
<p>Die maßgebelichen Vorschriften lauten:</p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/20.html" target="_blank" title="&sect; 20 WEG: Bauliche Ver&auml;nderungen">§ 20 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 WEG</a></p>
<p>(1) Maßnahmen, die über die ordnungsmäßige Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums hinausgehen (bauliche Veränderungen), können beschlossen oder einem Wohnungseigentümer durch Beschluss gestattet werden.</p>
<p>(2) Jeder Wohnungseigentümer kann angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die (…).</p>
<p>(3) Unbeschadet des Absatzes 2 kann jeder Wohnungseigentümer verlangen, dass ihm eine bauliche Veränderung gestattet wird, wenn alle Wohnungseigentümer, deren Rechte durch die bauliche Veränderung über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt werden, einverstanden sind.</p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/44.html" target="_blank" title="&sect; 44 WEG: Beschlussklagen">§ 44 Abs. 1 Satz 2 WEG</a></p>
<p>Unterbleibt eine notwendige Beschlussfassung, kann das Gericht auf Klage eines Wohnungseigentümers den Beschluss fassen (Beschlussersetzungsklage).</p>
<p>Karlsruhe, den 17. Juli 2026</p>
<p>Pressestelle des Bundesgerichtshofs<br />
76125 Karlsruhe<br />
Telefon (0721) 159-5013<br />
Telefax (0721) 159-5501</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026130.html?nn=373332" title="Pressemitteilung BGH" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 130/2026 des Bundesgerichtshofes vom 17.07.2026</a></p>
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		<title>Vorwirkender Kündigungsschutz vor Zeitabschnitten einer Elternzeit</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 11:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Arebitnehmer Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigungsschutz Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Vorwirkung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitabschnitte Berechnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Arbeitnehmer, die Elternzeit in Anspruch nehmen und diese Elternzeit in mehrere Zeitabschnitte aufteilen, können sich vor jedem Zeitabschnitt auf den vorwirkenden besonderen Kündigungsschutz des § 18 Abs. 1 BEEG* berufen. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer mehrere Elternzeitabschnitte mit nur einem Schreiben verlangt. Der seit dem 1. Juli 2024 bei der Beklagten beschäftigte Kläger [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Arbeitnehmer, die Elternzeit in Anspruch nehmen und diese Elternzeit in mehrere Zeitabschnitte aufteilen, können sich vor jedem Zeitabschnitt auf den vorwirkenden besonderen Kündigungsschutz des <a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/18.html" target="_blank" title="&sect; 18 BEEG: K&uuml;ndigungsschutz">§ 18 Abs. 1 BEEG</a>* berufen. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer mehrere Elternzeitabschnitte mit nur einem Schreiben verlangt.</p>
<p>Der seit dem 1. Juli 2024 bei der Beklagten beschäftigte Kläger beantragte mit Schreiben vom 23. Juli 2024 für insgesamt vier im Einzelnen aufgelistete Zeiträume zwischen dem 11. Juli 2024 und dem 10. Juli 2027 Elternzeit. Im vom Kläger als „2. Abschnitt“ bezeichneten Zeitraum vom 11. November 2024 bis 10. Juli 2025 beantragte er zudem eine Teilzeittätigkeit während der Elternzeit. Mit Schreiben vom 1. August 2024 bewilligte die Beklagte die Elternzeit und stimmte der Teilzeittätigkeit zu. Nach Anhörung des Personalrats kündigte die Beklagte – ohne eine Zulässigkeitserklärung durch die zuständige oberste Landesbehörde (<a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/18.html" target="_blank" title="&sect; 18 BEEG: K&uuml;ndigungsschutz">§ 18 Abs. 1 Satz 4 BEEG</a>*) – das Arbeitsverhältnis des sich zu diesem Zeitpunkt nicht in Elternzeit befindlichen Klägers mit Schreiben vom 9. Oktober 2024 ordentlich zum 31. Oktober 2024, hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.</p>
<p>Mit seiner hiergegen gewandten Klage hat der Kläger ua. geltend gemacht, er könne sich auf den vorwirkenden Kündigungsschutz des <a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/18.html" target="_blank" title="&sect; 18 BEEG: K&uuml;ndigungsschutz">§ 18 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BEEG</a> berufen, da er (auch) ab dem 11. November 2024 Elternzeit verlangt habe. Die Kündigung vom 9. Oktober 2024 sei daher unwirksam. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht haben der Kündigungsschutzklage stattgegeben.</p>
<p>Die Revision der Beklagten blieb vor dem Bundesarbeitsgericht ohne Erfolg. Die Kündigung ist gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/134.html" target="_blank" title="&sect; 134 BGB: Gesetzliches Verbot">§ 134 BGB</a> iVm. <a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/18.html" target="_blank" title="&sect; 18 BEEG: K&uuml;ndigungsschutz">§ 18 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BEEG</a> unwirksam. Das Gesetz gewährt denjenigen Arbeitnehmern, die von ihrem Arbeitgeber (wirksam) Elternzeit verlangen, einen besonderen Kündigungsschutz. Dieser beginnt grundsätzlich – bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes – mit dem Verlangen, frühestens jedoch acht Wochen vor Beginn der Elternzeit (sog. Vorwirkung). Eine Ausnahme von diesem Kündigungsschutz zB während der sechsmonatigen Wartezeit des <a href="http://dejure.org/gesetze/KSchG/1.html" target="_blank" title="&sect; 1 KSchG: Sozial ungerechtfertigte K&uuml;ndigungen">§ 1 Abs. 1 KSchG</a> kennt das BEEG nicht. Nach <a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/16.html" target="_blank" title="&sect; 16 BEEG: Inanspruchnahme der Elternzeit">§ 16 Abs. 1 Satz 6 BEEG</a> kann jeder Elternteil die Elternzeit auf mehrere Zeitabschnitte verteilen. Damit wird den Arbeitnehmern die Möglichkeit eingeräumt, mehrmals Elternzeit – in Zeitabschnitten – zu verlangen. Aus dem Wortlaut des <a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/18.html" target="_blank" title="&sect; 18 BEEG: K&uuml;ndigungsschutz">§ 18 Abs. 1 Satz 1</a>, <a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/2.html" target="_blank" title="&sect; 2 BEEG: H&ouml;he des Elterngeldes">2 Nr. 1 BEEG</a> folgt, dass der vorwirkende Kündigungsschutz bei jedem dieser Elternzeitverlangen eingreift. Dies entspricht auch dem Gesetzeszweck, den in <a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/18.html" target="_blank" title="&sect; 18 BEEG: K&uuml;ndigungsschutz">§ 18 Abs. 1 Satz 3 BEEG</a> geregelten Kündigungsschutz während der Elternzeit nicht leerlaufen zu lassen, indem der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis bereits kurz vor Beginn der Elternzeit beenden kann. Unerheblich ist nach dem Wortlaut der Norm, ob der Arbeitnehmer jeweils ein Verlangen vor jedem Elternzeitabschnitt anbringt oder – wie im Streitfall – in einem Schreiben Elternzeit für mehrere Zeitabschnitte verlangt.</p>
<p>Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18. Juni 2026 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20AZR%20213/25" target="_blank" title="BAG, 18.06.2026 - 2 AZR 213/25: Vorwirkender K&uuml;ndigungsschutz vor Zeitabschnitten einer Elternz...">2 AZR 213/25</a> –<br />
Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 5. November 2025 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20SLa%20394/25" target="_blank" title="LAG Hamm, 05.11.2025 - 11 SLa 394/25: Besonderer K&uuml;ndigungsschutz vor Teilabschnitten einer Elt...">11 SLa 394/25</a> –</p>
<p>* <a href="http://dejure.org/gesetze/BEEG/18.html" target="_blank" title="&sect; 18 BEEG: K&uuml;ndigungsschutz">§ 18</a> Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) lautet auszugsweise:</p>
<p>„(1) Der Arbeitgeber darf das Arbeitsverhältnis ab dem Zeitpunkt, von dem an Elternzeit verlangt worden ist, nicht kündigen. Der Kündigungsschutz nach Satz 1 beginnt</p>
<p>1. frühestens acht Wochen vor Beginn einer Elternzeit bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes und …</p>
<p>Während der Elternzeit darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht kündigen. In besonderen Fällen kann ausnahmsweise eine Kündigung für zulässig erklärt werden. Die Zulässigkeitserklärung erfolgt durch die für den Arbeitsschutz zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Stelle. …“</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.bundesarbeitsgericht.de/presse/vorwirkender-kuendigungsschutz-vor-zeitabschnitten-einer-elternzeit/" title="Pressemitteilung BAG" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 25/26 des Bundesarbeitsgerichtes vom 18.06.2026</a></p>
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		<title>Kirchenzugehörigkeit als Einstellungsvoraussetzung</title>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2026 11:14:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Besonderheiten Einstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenrecht]]></category>
		<category><![CDATA[relegion]]></category>
		<category><![CDATA[Voraussetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Religionsgemeinschaften und die ihnen zugeordneten Einrichtungen können als Einstellungsvoraussetzung eine Kirchenzugehörigkeit verlangen, wenn diese nach der Art der Tätigkeit oder den Umständen ihrer Ausübung angesichts des Ethos der Religionsgemeinschaft eine gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellt. Die Parteien streiten über eine Entschädigung wegen einer Benachteiligung wegen der Religion. Der Beklagte ist ein Werk der Evangelischen Kirche in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Religionsgemeinschaften und die ihnen zugeordneten Einrichtungen können als Einstellungsvoraussetzung eine Kirchenzugehörigkeit verlangen, wenn diese nach der Art der Tätigkeit oder den Umständen ihrer Ausübung angesichts des Ethos der Religionsgemeinschaft eine gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellt.</p>
<p>Die Parteien streiten über eine Entschädigung wegen einer Benachteiligung wegen der Religion. Der Beklagte ist ein Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er schrieb am 25. November 2012 eine auf zwei Jahre befristete Stelle eines Referenten/einer Referentin in Teilzeit (60 %) aus. Gegenstand der Tätigkeit sollten schwerpunktmäßig die Erarbeitung des Parallelberichts zum deutschen Staatenbericht zur Umsetzung der UN-Antirassismuskonvention durch Deutschland sowie Stellungnahmen und Fachbeiträge sowie die projektbezogene Vertretung der Diakonie Deutschland gegenüber der Politik, der Öffentlichkeit und Menschrechtsorganisationen sowie die Mitarbeit in Gremien sein. Der Parallelbericht sollte in Beratung mit Menschenrechtsorganisationen und weiteren Interessenträgern erstellt werden. Nach der Stellenausschreibung wurde ferner die Mitgliedschaft in einer evangelischen oder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) angehörenden Kirche und die Identifikation mit dem diakonischen Auftrag vorausgesetzt. Die konfessionslose Klägerin bewarb sich mit Schreiben vom 29. November 2012 auf die Stelle. Sie wurde nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Der Beklagte besetzte die Stelle mit einem evangelischen Bewerber. Die Klägerin hat mit ihrer Klage die Zahlung einer Entschädigung nach <a href="http://dejure.org/gesetze/AGG/15.html" target="_blank" title="&sect; 15 AGG: Entsch&auml;digung und Schadensersatz">§ 15 Abs. 2</a> des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) iHv. mindestens 9.788,65 Euro verlangt. Sie ist der Ansicht, der Beklagte habe sie entgegen den Vorgaben des AGG wegen der Religion benachteiligt. Sie habe die Stelle wegen ihrer Konfessionslosigkeit nicht erhalten. Der Beklagte hat eine Benachteiligung der Klägerin wegen der Religion in Abrede gestellt; jedenfalls sei eine etwaige Benachteiligung nach <a href="http://dejure.org/gesetze/AGG/9.html" target="_blank" title="&sect; 9 AGG: Zul&auml;ssige unterschiedliche Behandlung wegen der Religion oder Weltanschauung">§ 9 Abs. 1 AGG</a>* gerechtfertigt.</p>
<p>Das Arbeitsgericht hat der Klägerin eine Entschädigung iHv. 1.957,73 Euro zugesprochen. Das Landesarbeitsgericht hat die Klage insgesamt abgewiesen. Nachdem der Senat den Gerichtshof der Europäischen Union im Wege eines Vorabentscheidungsverfahrens befragt (EuGH 17. April 2018 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=C-414/16" target="_blank" title="C-414/16 (2 zugeordnete Entscheidungen)">C-414/16</a> -) und den Beklagten am 25. Oktober 2018 (- <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20AZR%20501/14" target="_blank" title="8 AZR 501/14 (2 zugeordnete Entscheidungen)">8 AZR 501/14</a> -) zu einer Entschädigung iHv. 3.915,46 Euro – unter Zurückweisung der Revision der Klägerin im Übrigen – verurteilt hatte, hat der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts am 29. September 2025 (- <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%20934/19" target="_blank" title="2 BvR 934/19 (2 zugeordnete Entscheidungen)">2 BvR 934/19</a> -) das Urteil des Senats auf die Verfassungsbeschwerde des Beklagten hin aufgehoben und die Sache an das Bundesarbeitsgericht zurückverwiesen.</p>
<p>Die Revision der Klägerin hatte nach der erneuten Verhandlung vor dem Achten Senat des Bundesarbeitsgerichts keinen Erfolg. Der Beklagte ist nicht verpflichtet, der Klägerin eine Entschädigung gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/AGG/15.html" target="_blank" title="&sect; 15 AGG: Entsch&auml;digung und Schadensersatz">§ 15 Abs. 2 AGG</a> zu zahlen.</p>
<p>Der Beklagte hat die Klägerin nicht unzulässig wegen der Religion benachteiligt. Die auf-grund der Stellenausschreibung im Grundsatz indizierte Benachteiligung war nach <a href="http://dejure.org/gesetze/AGG/9.html" target="_blank" title="&sect; 9 AGG: Zul&auml;ssige unterschiedliche Behandlung wegen der Religion oder Weltanschauung">§ 9 Abs. 1 Alt. 2 AGG</a>* ausnahmsweise gerechtfertigt. Diese Bestimmung erlaubt in unionsrechts- und verfassungskonformer Auslegung gemäß Art. 4 Abs. 2 Richtlinie 2000/78/EG und Art. 4 GG iVm. <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/140.html" target="_blank" title="Art. 140 GG">Art. 140 GG</a>, <a href="http://dejure.org/gesetze/WRV/137.html" target="_blank" title="Art. 137 WRV">Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV</a> eine unterschiedliche Behandlung wegen der Religion, wenn die Kirchenzugehörigkeit nach der Art der Tätigkeit oder den Umständen ihrer Ausübung eine wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung angesichts des Ethos der Religionsgemeinschaft darstellt bzw. die Kirchenzugehörigkeit im Hinblick auf die konkrete Tätigkeit für die Wahrung des religiösen Selbstverständnisses geeignet, erforderlich und angemessen ist. Abweichend von seiner Entscheidung aus dem Jahr 2018 hat der Senat bei Vornahme der gebotenen Abwägung die Anforderungen einer Rechtfertigung des Verlangens der Kirchenzugehörigkeit für die konkret ausgeschriebene Stelle insbesondere wegen der – in der Stellenbeschreibung angeführten – Aufgabe der Vertretung des Beklagten als erfüllt angesehen.</p>
<p>Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21. Mai 2026 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20AZR%20194/25" target="_blank" title="BAG, 21.05.2026 - 8 AZR 194/25: Benachteiligung wegen fehlender Kirchenzugeh&ouml;rigkeit">8 AZR 194/25</a> (F) –<br />
Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28. Mai 2014 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20Sa%20157/14" target="_blank" title="LAG Berlin-Brandenburg, 28.05.2014 - 4 Sa 157/14: Kirchlicher Arbeitgeber - kein Entsch&auml;digungs...">4 Sa 157/14</a>, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20Sa%20238/14" target="_blank" title="LAG Berlin-Brandenburg, 28.05.2014 - 4 Sa 157/14: Kirchlicher Arbeitgeber - kein Entsch&auml;digungs...">4 Sa 238/14</a> –</p>
<p>*<a href="http://dejure.org/gesetze/AGG/9.html" target="_blank" title="&sect; 9 AGG: Zul&auml;ssige unterschiedliche Behandlung wegen der Religion oder Weltanschauung">§ 9 Abs. 1 AGG</a> lautet:</p>
<p>„Ungeachtet des § 8 ist eine unterschiedliche Behandlung wegen der Religion oder der Weltanschauung bei der Beschäftigung durch Religionsgemeinschaften, die ihnen zugeordneten Einrichtungen ohne Rücksicht auf ihre Rechtsform oder durch Vereinigungen, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Religion oder Weltanschauung zur Aufgabe machen, auch zulässig, wenn eine bestimmte Religion oder Weltanschauung unter Beachtung des Selbstverständnisses der jeweiligen Religionsgemeinschaft oder Vereinigung im Hinblick auf ihr Selbstbestimmungsrecht oder nach der Art der Tätigkeit eine gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellt.“</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.bundesarbeitsgericht.de/presse/kirchenzugehoerigkeit-als-einstellungsvoraussetzung/" title="Pressemitteilung BAG" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 21/26 des Bundesarbeitsgerichtes vom 21.05.2026</a></p>
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		<title>Zuständigkeit für Balkonsanierungen in der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer</title>
		<link>https://www.ra-wollschlaeger.de/jura-update/allgemein/zustandigkeit-fur-balkonsanierungen-in-der-gemeinschaft-der-wohnungseigentumer/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2026 13:53:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Miet- und Immobilienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Anspruch Sanierung]]></category>
		<category><![CDATA[einzelne Eigentümer WEG]]></category>
		<category><![CDATA[Erhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Rücklagen in der WEG]]></category>
		<category><![CDATA[Zuständigkeiten WEG]]></category>

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		<description><![CDATA[Versäumnisurteil vom 24. April 2026 &#8211; V ZR 102/24 Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (GdWE) eine Balkonsanierung auch dann beschließen darf und ggf. sogar muss, wenn nach der Teilungserklärung die einzelnen Wohnungseigentümer zur Instandhaltung und Instandsetzung der Balkone verpflichtet sind. Sachverhalt: Der Kläger ist Mitglied der beklagten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Versäumnisurteil vom 24. April 2026 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20102/24" target="_blank" title="BGH, 24.04.2026 - V ZR 102/24: Zust&auml;ndigkeit der Gemeinschaft der Wohnungseigent&uuml;mer f&uuml;r eine B...">V ZR 102/24</a></p>
<p>Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, dass die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (GdWE) eine Balkonsanierung auch dann beschließen darf und ggf. sogar muss, wenn nach der Teilungserklärung die einzelnen Wohnungseigentümer zur Instandhaltung und Instandsetzung der Balkone verpflichtet sind.</p>
<p>Sachverhalt:</p>
<p>Der Kläger ist Mitglied der beklagten GdWE. Mehrere Balkone des Gebäudes sind sanierungsbedürftig. Es droht die Ablösung und der Absturz von Betonteilen; die darunter liegende Grünfläche ist gesperrt worden. Nach der Teilungserklärung hat jeder Wohnungseigentümer unter anderem die Balkone auf seine Kosten instandzuhalten und instandzusetzen. Auf einer Eigentümerversammlung wurde über drei von einem Sachverständigen ausgearbeitete Sanierungsvarianten (A, B, C) abgestimmt. Keine der Varianten fand eine Mehrheit.</p>
<p>Bisheriger Prozessverlauf:</p>
<p>Der Kläger hat gegen die Negativbeschlüsse Anfechtungsklage erhoben. Außerdem begehrt er die Ersetzung eines Beschlusses über die Durchführung der von dem Sachverständigen empfohlenen Sanierungsvariante B. Damit hat er in den Vorinstanzen keinen Erfolg gehabt. Mit der von dem Senat zugelassenen Revision verfolgt er sein Klageziel weiter.</p>
<p>Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs:</p>
<p>Der Bundesgerichtshof hat die Urteile der Vorinstanzen geändert und der Klage vollen Umfangs stattgegeben, indem er die Negativbeschlüsse für ungültig erklärt und einen Beschluss über die Sanierung der Balkone und Balkonbrüstungen dem Grunde nach ersetzt hat. Dem liegen folgende Überlegungen zugrunde:</p>
<p>Die Beschlusskompetenz der GdWE für die Balkonsanierung ist gegeben. Ihr obliegt die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums, wozu insbesondere dessen ordnungsmäßige Erhaltung gehört. Zwar kann von dieser gesetzlichen Verteilung der Aufgaben durch Vereinbarung abgewichen werden; eine solche abweichende Regelung enthält die Teilungserklärung hier. Damit verliert die GdWE entgegen einer insbesondere in der Rechtsprechung verbreiteten Auffassung aber nicht die Kompetenz, über Erhaltungsmaßnahmen selbst zu entscheiden.</p>
<p>Denn die GdWE kann die ihr grundsätzlich obliegende Erhaltungslast zwar delegieren, sich ihrer aber nicht vollständig entledigen. Das ergibt sich schon daraus, dass (allein) die GdWE für den baulichen Zustand der Anlage verantwortlich ist und die auf das gemeinschaftliche Eigentum bezogenen Verkehrssicherungspflichten erfüllen muss. Die Erfüllung dieser Aufgaben muss die GdWE selbst sicherstellen können. Sie ist nicht darauf beschränkt, jeden einzelnen Wohnungseigentümer auf Herstellung eines ordnungsgemäßen Zustands &#8220;seines&#8221; Balkons in Anspruch zu nehmen. Wird die GdWE trotz vereinbarter Übertragung der Erhaltungslast für bestimmte Teile des gemeinschaftlichen Eigentums selbst tätig und beschließt eine Erhaltungsmaßnahme, endet insoweit spiegelbildlich die Erhaltungszuständigkeit des einzelnen Wohnungseigentümers. Das ändert allerdings nichts daran, dass ein Wohnungseigentümer weiterhin &#8211; wie in der Teilungserklärung vorgesehen &#8211; die Kosten für die Sanierung &#8220;seines&#8221; Balkons allein tragen muss.</p>
<p>Diese Sichtweise entspricht auch dem Interesse der Wohnungseigentümer. Zwar wollen die übrigen &#8211; von der Nutzung der Balkone ausgeschlossenen &#8211; Wohnungseigentümer von den mit dieser Sonderausstattung verbundenen Lasten freigehalten werden. Da die GdWE aber verkehrssicherungspflichtig ist, bleibt die Erhaltung auch solcher Teile des Gemeinschaftseigentums, die eine Sonderausstattung darstellen, schon mit Blick auf verbleibende Haftungsrisiken von Relevanz für die anderen Wohnungseigentümer. Hinzu kommt ganz allgemein ein Interesse aller Wohnungseigentümer an der Erhaltung des Werts der gesamten Anlage, da sich deren Zustand auf den Wert ihrer jeweiligen Einheit auswirkt. Auf der anderen Seite kann auch der einzelne Wohnungseigentümer ein Interesse an einem Tätigwerden der GdWE haben. Denn im Regelfall verfügt gerade in größeren Anlagen nur die GdWE über die für die Durchführung von koordinierten Erhaltungsmaßnahmen erforderlichen tatsächlichen Erkenntnisse und Möglichkeiten; auch wird es dem einzelnen Wohnungseigentümer nicht ohne weiteres gelingen, die Auswahl und die Koordinierung verschiedener Handwerksunternehmen mit anderen Wohnungseigentümern abzustimmen.</p>
<p>Unter Umständen kann die GdWE sogar dazu verpflichtet sein, tätig zu werden. Besteht zwingender Erhaltungsbedarf an Balkonen, sind an den Anspruch der Wohnungseigentümer auf ein Tätigwerden der GdWE trotz vereinbarter Übertragung der Erhaltungslast auf einzelne Wohnungseigentümer eher niedrige Anforderungen zu stellen. Die GdWE ist jedenfalls dann verpflichtet, ihrerseits Maßnahmen zur Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums im Bereich von Balkonen zu ergreifen, wenn mehrere Balkone zwingend saniert werden müssen. Ist nur ein Balkon betroffen, ist die GdWE zum Tätigwerden verpflichtet, wenn es &#8211; etwa wegen der Art der Schäden und der zu ihrer Behebung gebotenen Maßnahmen &#8211; für einen einzelnen Wohnungseigentümer unzumutbar erscheint, selbst tätig zu werden. Drohen außerdem aufgrund des Zustands eines einzelnen Balkons oder mehrerer Balkone Schäden für sonstiges Eigentum, für die übrigen Wohnungseigentümer oder für Dritte, muss die GdWE zweifelsohne selbst tätig werden. Infolgedessen hat der Kläger in dem heute entschiedenen Fall wegen des zwingenden Sanierungsbedarfs an mehreren Balkonen einen Anspruch auf ein Tätigwerden der GdWE. Schon die Vielzahl der Balkone macht ein koordiniertes Vorgehen unumgänglich. Hiervon war letztlich auch die beklagte GdWE ausgegangen und hatte dementsprechend eigens eine Rücklage gebildet; es bestand lediglich Unsicherheit über die Beschlusskompetenz.</p>
<p>Der BGH hat deshalb einen Grundlagenbeschluss des Inhalts ersetzt, dass die Sanierung der Balkone durch die GdWE selbst vorgenommen wird. In welcher Weise die Balkonsanierung durchgeführt wird, unterliegt dagegen weiterhin der Entscheidung der Wohnungseigentümer. Ist nämlich wie hier vor allem umstritten, wer die Sanierung durchführen muss, genügt es in der Regel, wenn das Gericht im Wege der Beschlussersetzung die Richtung vorgibt. Die gerichtliche Festlegung auf die Durchführung einer bestimmten Sanierungsvariante kann dagegen nicht verlangt und deshalb ein entsprechender Beschluss nicht ersetzt werden.</p>
<p>Auf die Anfechtungsklage hat der BGH außerdem die Negativbeschlüsse über die Sanierungsvarianten für ungültig erklärt. Zwar gibt es drei verschiedene Ausführungsvarianten für die Balkonsanierung, die sich jeweils abgesehen von den Kosten hinsichtlich der neu zu verbauenden Balkonbrüstungen unterscheiden. Fest steht aber der grundsätzliche Sanierungsbedarf. Dann entspricht es jedenfalls nicht ordnungsmäßiger Verwaltung, alle von dem zuvor beauftragten Sachverständigen ausgearbeiteten Sanierungsvarianten abzulehnen und es letztlich dauerhaft bei einer Sperrung der unter den Balkonen liegenden Grünflächen zu belassen.</p>
<p>Vorinstanzen:</p>
<p>Amtsgericht Oldenburg in Holstein &#8211; Urteil vom 22. Mai 2023 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=16%20C%2020/22" target="_blank" title="AG Oldenburg/Holstein, 22.05.2023 - 16 C 20/22: Wahl eines Nichteigent&uuml;mers ist ung&uuml;ltig!">16 C 20/22</a></p>
<p>Landgericht Itzehoe &#8211; Urteil vom 26. April 2024 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20S%2031/23" target="_blank" title="LG Itzehoe, 30.04.2024 - 11 S 31/23: Pflicht zur Instandhaltung und Instandsetzung der Balkone ...">11 S 31/23</a></p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/18.html" target="_blank" title="&sect; 18 WEG: Verwaltung und Benutzung">§ 18 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1 WEG</a>:</p>
<p>(1) Die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums obliegt der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer.</p>
<p>(2) Jeder Wohnungseigentümer kann von der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer</p>
<p>1. eine Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums sowie</p>
<p>2. …</p>
<p>verlangen, die dem Interesse der Gesamtheit der Wohnungseigentümer nach billigem Ermessen (ordnungsmäßige Verwaltung […]) und, soweit solche bestehen, den gesetzlichen Regelungen, Vereinbarungen und Beschlüssen entsprechen.</p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/19.html" target="_blank" title="&sect; 19 WEG: Regelung der Verwaltung und Benutzung durch Beschluss">§ 19 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 2 WEG</a></p>
<p>(1) Soweit die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums (…) nicht durch Vereinbarung der Wohnungseigentümer geregelt sind, beschließen die Wohnungseigentümer eine ordnungsmäßige Verwaltung (…).</p>
<p>(2) Zur ordnungsmäßigen Verwaltung (…) gehören insbesondere</p>
<p>1. (…)</p>
<p>2. die ordnungsmäßige Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums, (…)</p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/WEG/44.html" target="_blank" title="&sect; 44 WEG: Beschlussklagen">§ 44 Abs. 1 Satz 2 WEG</a></p>
<p>Unterbleibt eine notwendige Beschlussfassung, kann das Gericht auf Klage eines Wohnungseigentümers den Beschluss fassen (Beschlussersetzungsklage).</p>
<p>Karlsruhe, den 24. April 2026</p>
<p>Pressestelle des Bundesgerichtshofs<br />
76125 Karlsruhe<br />
Telefon (0721) 159-5013<br />
Telefax (0721) 159-5501</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026072.html?nn=373332" title="Pressemitteilung BGH" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 072/2026 des Bundesgerichtshofes vom 24.04.2026</a></p>
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		<title>Kein Anspruch auf vorzeitiges &#8220;Verbrenner-Aus&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 13:25:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Flottenziele]]></category>
		<category><![CDATA[Grundrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelthilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Verbrenneraus]]></category>

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		<description><![CDATA[Urteile vom 23. März 2026 &#8211; VI ZR 334/23 und VI ZR 365/23 Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass Privatpersonen nicht von Kraftfahrzeugherstellern verlangen können, das Inverkehrbringen von Pkw mit Verbrennungsmotor vor Ablauf der durch die EU-Pkw-Emissionsverordnung gesetzten Fristen zu unterlassen. Er hat die Revisionen der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe zurückgewiesen und die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Urteile vom 23. März 2026 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20334/23" target="_blank" title="BGH, 23.03.2026 - VI ZR 334/23: Sog. &quot;Klimaklagen&quot; gegen das Inverkehrbringen von Pkw mit Verbr...">VI ZR 334/23</a> und <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20365/23" target="_blank" title="BGH, 23.03.2026 - VI ZR 365/23: Kein Anspruch auf vorzeitiges &quot;Verbrenner-Aus&quot;">VI ZR 365/23</a></p>
<p>Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass Privatpersonen nicht von Kraftfahrzeugherstellern verlangen können, das Inverkehrbringen von Pkw mit Verbrennungsmotor vor Ablauf der durch die EU-Pkw-Emissionsverordnung gesetzten Fristen zu unterlassen. Er hat die Revisionen der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe zurückgewiesen und die klageabweisenden Berufungsurteile damit bestätigt.</p>
<p>Sachverhalt:</p>
<p>Die Kläger sind Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. Die Beklagten sind weltweit tätige Automobilhersteller. Bei der Beklagten im Fall <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20334/23" target="_blank" title="BGH, 23.03.2026 - VI ZR 334/23: Sog. &quot;Klimaklagen&quot; gegen das Inverkehrbringen von Pkw mit Verbr...">VI ZR 334/23</a> handelt es sich um die Bayerische Motoren Werke AG, bei der Beklagten im Fall <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20365/23" target="_blank" title="BGH, 23.03.2026 - VI ZR 365/23: Kein Anspruch auf vorzeitiges &quot;Verbrenner-Aus&quot;">VI ZR 365/23</a> um die Mercedes-Benz AG. Die Beklagten halten alle gesetzlichen Klimaschutzvorgaben ein.</p>
<p>Die Kläger sind unter Berufung auf den sog. Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts (<a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%20157,%2030" target="_blank" title="BVerfG, 24.03.2021 - 1 BvR 2656/18: Verfassungsbeschwerden gegen das Klimaschutzgesetz teilweis...">BVerfGE 157, 30</a>) der Auffassung, dass von den Beklagten nur noch ein bestimmtes CO2-Budget verbraucht werden dürfe, um die im Pariser Klimaabkommen festgelegten Klimaziele zu erreichen. Wenn die Regelungen im Bundes-Klimaschutzgesetz zu den global und national zulässigen Mengen von CO2-Emissionen eingriffsähnlich in die Freiheit der Beschwerdeführer vorwirken könnten, müsse dies auch für den schnellen Verbrauch ihres CO2-Budgets durch global tätige Unternehmen wie die Beklagten gelten. Durch die Aufzehrung eines zu großen Teils des verbleibenden CO2-Budgets griffen die Beklagten rechtswidrig in die intertemporale Dimension des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Kläger ein, da infolge dieser Aufzehrung die politischen Handlungsspielräume beschränkt und zu einem späteren Zeitpunkt weitreichende, die Freiheitsrechte der Kläger einschränkende Maßnahmen zur CO2-Reduktion notwendig würden. Die Beklagten hafteten als mittelbare Handlungsstörer auch für die in der Nutzungsphase der Fahrzeuge entstehenden Emissionen.</p>
<p>Die Kläger haben in erster Linie beantragt, die Beklagten zu verurteilen, es zu unterlassen,</p>
<p>nach dem 31. Oktober 2030 neue Pkw mit Verbrennungsmotor in Verkehr zu bringen, sofern diese bei ihrer Nutzung bestimmte Treibhausgase emittieren,</p>
<p>bis zum 31. Oktober 2030 neue Pkw mit einem Verbrennungsmotor in den Verkehr zu bringen, sofern die seit dem 1. Januar 2022 durch die Beklagten in Verkehr gebrachten Pkw bei ihrer Nutzung bereits in der Summe mehr als 604 Millionen* Tonnen CO2 (Beklagte im Verfahren <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20334/23" target="_blank" title="BGH, 23.03.2026 - VI ZR 334/23: Sog. &quot;Klimaklagen&quot; gegen das Inverkehrbringen von Pkw mit Verbr...">VI ZR 334/23</a>) bzw. 516 Millionen Tonnen CO2 (Beklagte im Verfahren <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20365/23" target="_blank" title="BGH, 23.03.2026 - VI ZR 365/23: Kein Anspruch auf vorzeitiges &quot;Verbrenner-Aus&quot;">VI ZR 365/23</a>) emittieren.</p>
<p>Bisheriger Prozessverlauf:</p>
<p>Die Landgerichte haben die Klagen abgewiesen. Die Oberlandesgerichte haben die Berufungen der Kläger zurückgewiesen.</p>
<p>Entscheidungen des Bundesgerichtshofs:</p>
<p>Die vom Senat zugelassenen Revisionen der Kläger hatten keinen Erfolg. Den Klägern stehen die geltend gemachten vorbeugenden Unterlassungsansprüche nicht zu.</p>
<p>Die Kläger sind durch die angegriffene Wirtschaftsweise der Beklagten nicht in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt. Eine solche Beeinträchtigung wird auch nicht dadurch vorwirkend ausgelöst, dass die den Beklagten zuzurechnenden CO2-Emissionen in der Zukunft zwangsläufig zu einer restriktiven Klimagesetzgebung und damit einhergehenden Freiheitsbeschränkungen führten. Denn eine solche rechtlich vermittelte Zwangsläufigkeit würde die Vorgabe eines bestimmten CO2-Restbudgets für die Beklagten voraussetzen. Eine solches Emissionsbudget lässt sich aus dem Pariser Übereinkommen und dem Bundes-Klimaschutzgesetz jedoch nur global und für die Bundesrepublik Deutschland insgesamt herleiten, nicht jedoch für einzelne Akteure oder auch nur den Verkehrssektor. Dadurch unterscheiden sich die vorliegenden Fälle maßgeblich von der dem Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts (<a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%20157,%2030" target="_blank" title="BVerfG, 24.03.2021 - 1 BvR 2656/18: Verfassungsbeschwerden gegen das Klimaschutzgesetz teilweis...">BVerfGE 157, 30</a>) zugrundeliegenden Konstellation, bei der der nationale Gesetzgeber in die Verantwortung für die Einhaltung des bestehenden nationalen Emissionsbudgets genommen wurde.</p>
<p>Der von den Klägern befürchtete künftige Erlass radikaler Klimagesetze ließe sich den Beklagten im Übrigen nicht zurechnen. Die Beklagten wären insoweit nicht als (mittelbare) Handlungsstörer verantwortlich. Der EU-Gesetzgeber hat mit der Pkw-Emissionsverordnung eine ausdrücklich den Pariser Klimazielen verpflichtete Regelung zum Inverkehrbringen von Pkw mit Verbrennungsmotor getroffen. Diese und weitere Regelungen werden von den Beklagten eingehalten. Die Beklagten unterliegen insoweit keinen darüber hinausgehenden Verkehrs(sicherungs)pflichten. Auch liegt die Verantwortung für die etwaige Notwendigkeit zukünftiger Klimagesetzgebung beim Gesetzgeber. Allein die Gesetzgebung bietet den geeigneten Rahmen dafür, den Klimaschutz und dessen Spannungsverhältnis zu etwaigen gegenläufigen Belangen in demokratischer Verantwortung zu einem Ausgleich zu bringen. Die Aushandlung dieses komplexen und in das europäische und internationale Mehrebenensystem eingebundenen Ausgleichs konfligierender ökologischer, sozialer, gesellschaftlicher, ökonomischer, fiskalischer und sonstiger politischer Kollektiv- und Individualinteressen und damit die Aufteilung der Emissionsvermeidungslast erfordert schwierige Abwägungs- und Allokationsentscheidungen, für die dem Gesetzgeber auch nach <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/20a.html" target="_blank" title="Art. 20a GG">Art. 20a GG</a> ein erheblicher Gestaltungspielraum zukommt. Demgegenüber ist es grundsätzlich nicht Aufgabe der Gerichte, aus der offenen Formulierung des <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/20a.html" target="_blank" title="Art. 20a GG">Art. 20a GG</a> konkret quantifizierbare Grenzen der Erderwärmung und damit korrespondierende Emissionsmengen oder Reduktionsvorgaben abzuleiten.</p>
<p>Vorinstanzen:</p>
<p><a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20334/23" target="_blank" title="BGH, 23.03.2026 - VI ZR 334/23: Sog. &quot;Klimaklagen&quot; gegen das Inverkehrbringen von Pkw mit Verbr...">VI ZR 334/23</a></p>
<p>Landgericht München I &#8211; Urteil vom 7. Februar 2023 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=3%20O%2012581/21" target="_blank" title="LG M&uuml;nchen I, 07.02.2023 - 3 O 12581/21: &quot;Deutsche Umwelthilfe&quot;">3 O 12581/21</a></p>
<p>Oberlandesgericht München &#8211; Urteil vom. 12. Oktober 2023 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=32%20U%20936/23" target="_blank" title="32 U 936/23 (2 zugeordnete Entscheidungen)">32 U 936/23</a> e</p>
<p>und</p>
<p><a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20365/23" target="_blank" title="BGH, 23.03.2026 - VI ZR 365/23: Kein Anspruch auf vorzeitiges &quot;Verbrenner-Aus&quot;">VI ZR 365/23</a></p>
<p>Landgericht Stuttgart &#8211; Urteil vom 13. September 2022 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=17%20O%20789/21" target="_blank" title="17 O 789/21 (2 zugeordnete Entscheidungen)">17 O 789/21</a></p>
<p>Oberlandesgericht Stuttgart &#8211; Beschluss vom 8. November 2023 &#8211; <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=12%20U%20170/22" target="_blank" title="12 U 170/22 (2 zugeordnete Entscheidungen)">12 U 170/22</a></p>
<p>Die maßgeblichen Vorschriften lauten:</p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1004.html" target="_blank" title="&sect; 1004 BGB: Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch">§ 1004</a> Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) – Beseitigungs- und Unterlassungs-anspruch<br />
[analoge Anwendung bei der Verletzung anderer absolut geschützter Rechte]</p>
<p>(1) Wird das Eigentum in anderer Weise als durch Entziehung oder Vorenthaltung des Besitzes beeinträchtigt, so kann der Eigentümer von dem Störer die Beseitigung der Beeinträchtigung verlangen. Sind weitere Beeinträchtigungen zu besorgen, so kann der Eigentümer auf Unterlassung klagen.</p>
<p>(…)</p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/823.html" target="_blank" title="&sect; 823 BGB: Schadensersatzpflicht">§ 823 BGB</a> – Schadensersatzpflicht</p>
<p>(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.</p>
<p>(…)</p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/GG/2.html" target="_blank" title="Art. 2 GG">Artikel 2 Grundgesetz (GG</a>)</p>
<p>(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.</p>
<p>(…)</p>
<p><a href="http://dejure.org/gesetze/GG/20a.html" target="_blank" title="Art. 20a GG">Artikel 20a GG</a></p>
<p>Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.</p>
<p>Art. 1 EU-Pkw-Emissionsverordnung (VO [EU] 2019/631, geändert durch VO [EU] 2023/851)</p>
<p>(…)</p>
<p>(5) Ab dem 1. Januar 2030 gelten die folgenden EU-weiten Flottenziele:</p>
<p>a) für die durchschnittlichen Emissionen der Flotte neuer Personenkraftwagen, ein EU-weiter Flottenzielwert, der einer Verringerung des Ziels für das Jahr 2021 um 55 % entspricht (…)</p>
<p>(5a) Ab dem 1. Januar 2035 gelten die folgenden EU-weiten Flottenziele:</p>
<p>a) für die durchschnittlichen Emissionen der Flotte neuer Personenkraftwagen, ein EU-weiter Flottenzielwert, der einer Verringerung des Ziels für das Jahr 2021 um 100 % entspricht (…) </p>
<p>Quelle: <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026054.html?nn=10690868" title="Pressemitteilung BGH" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 054/2026 des Bundesgerichteshofes vom 23.03.2026</a></p>
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		<title>Ver.di-Warnstreik bei Vivantes-Tochtergesellschaften – Landesarbeitsgericht bestätigt Umfang der Notdienstpläne bei Vivantes-Tochtergesellschaften im laufenden Warnstreik</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 13:08:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berufung]]></category>
		<category><![CDATA[Streikdienstpläne]]></category>
		<category><![CDATA[Streikrecht]]></category>
		<category><![CDATA[verdi]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat am 26.02.2026 die Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin (PM Nr. 07/26 vom 25.02.2026), womit dieses in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes den Notdienstplan für die Bereiche der Zentralsterilisation und der Reinigung in den Berliner Vivantes-Kliniken im laufenden Warnstreik festgelegt hat, bestätigt. Nach Durchführung einer Beweisaufnahme sah auch das Landesarbeitsgericht es als erwiesen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p> Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat am 26.02.2026 die Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin (PM Nr. 07/26 vom 25.02.2026), womit dieses in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes den Notdienstplan für die Bereiche der Zentralsterilisation und der Reinigung in den Berliner Vivantes-Kliniken im laufenden Warnstreik festgelegt hat, bestätigt.</p>
<p>Nach Durchführung einer Beweisaufnahme sah auch das Landesarbeitsgericht es als erwiesen an, dass die von den Vivantes-Kliniken geforderte Personalausstattung im Rahmen des Notdienstes für den Bereich der Zentralsterilisation erforderlich ist. Im Berufungsverfahren war es hinsichtlich der Festlegung der Notdienste nur noch um den Bereich der Zentralsterilisation gegangen. Die von Ver.di unter Hinweis auf das durch <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/9.html" target="_blank" title="Art. 9 GG">Art. 9 Abs. 3 GG</a> geschützte Streikrecht begehrte Reduzierung des Notdienstes in der Zentralsterilisation lehnte das Landesarbeitsgericht vor diesem Hintergrund ab.</p>
<p>Gegen die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts ist kein Rechtsmittel gegeben.</p>
<p>Aktenzeichen <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20GLa%20147/26" target="_blank" title="LAG Berlin-Brandenburg, 26.02.2026 - 11 GLa 147/26: Ver.di-Warnstreik bei Vivantes-Tochtergesel...">11 GLa 147/26</a> </p>
<p>Quelle: <a href="https://www.berlin.de/gerichte/arbeitsgericht/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1647630.php" title="Pressemitteilung des Arbeitsgerichtes Berlin" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 09/26 des Arbeitsgerichtes vom 27.02.2026</a></p>
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		<title>ver.di-Warnstreik bei Vivantes-Tochtergesellschaften &#8211; Arbeitsgericht legt Umfang der Notdienstpläne fest</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 12:58:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[geschütztes Streikrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Tarif; Verrdi; Notdienstpläne]]></category>
		<category><![CDATA[Verringerung Personalausstattung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Arbeitsgericht Berlin hat am 24.02.2026 in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes den Notdienstplan für die Bereiche der Zentralsterilisation und der Reinigung in den Berliner Vivantes-Kliniken festgelegt, die von dem dreitägigen Warnstreik der Gewerkschaft ver.di ab dem 25.02.2026 betroffen sind. Die Gewerkschaft ver.di hatte die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften, die Dienstleistungen einschließlich der Sterilisations- und Reinigungsarbeiten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p> Das Arbeitsgericht Berlin hat am 24.02.2026 in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes den Notdienstplan für die Bereiche der Zentralsterilisation und der Reinigung in den Berliner Vivantes-Kliniken festgelegt, die von dem dreitägigen Warnstreik der Gewerkschaft ver.di ab dem 25.02.2026 betroffen sind.</p>
<p>Die Gewerkschaft ver.di hatte die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften, die Dienstleistungen einschließlich der Sterilisations- und Reinigungsarbeiten in den Vivantes-Kliniken erbringen, zu einem dreitägigen Warnstreik ab der Frühschicht am Mittwoch, dem 25.02.2026, aufgerufen. Dabei hatte ver.di zugesagt, Notdienste in dem Umfang zu gewährleisten, wie dies zuletzt für Streiks bei den Vivantes-Kliniken im Jahr 2021 vereinbart worden war. Auf eine Notdienstvereinbarung für den aktuell anstehenden Streik konnten sich die Gewerkschaft und die Vivantes-Tochtergesellschaften nicht einigen.</p>
<p>Die von den Warnstreiks betroffenen sechs Vivantes-Tochtergesellschaften beantragten am 23.02.2026 im Wege einstweiligen Rechtsschutzes die gerichtliche Festlegung von Notdienstplänen für die Bereiche der Zentralsterilisation und der Reinigung, die über den zuletzt im Jahr 2021 maßgeblichen Umfang hinausgingen. Sie begründeten den von ihnen für mindestens notwendig erachteten Umfang vor allem mit einem gesteigerten Infektionsrisiko bei einem mehrtägigen Streik. Dieses Risiko sei im Interesse der Patientinnen und Patienten sowie der Beschäftigten der Kliniken unbedingt zu vermeiden.</p>
<p>Das Arbeitsgericht hat einen Notdienstplan für den aktuellen Streik festgelegt, der sich weitgehend an den Anträgen der Vivantes-Tochtergesellschaften orientiert. Dieser Umfang des Notdienstes, der zu einer Verringerung der üblichen Personalausstattung während des Streiks führe, sei unter Berücksichtigung der glaubhaft gemachten Risiken geboten. Das durch <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/9.html" target="_blank" title="Art. 9 GG">Artikel 9 Absatz 3</a> Grundgesetz geschützte Streikrecht der Beschäftigten werde damit nicht unangemessen eingeschränkt. Für die Bereiche Glasreinigung und Winterdienst hat das Arbeitsgericht die Anträge der Vivantes-Tochtergesellschaften abgewiesen. In diesen Bereichen müsse während des anstehenden Streiks kein Notdienst stattfinden.</p>
<p>Gegen das Urteil können alle Parteien Berufung zum Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.</p>
<p>Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 24.02.2026, Geschäftszeichen 7 Ga 3062/26 </p>
<p>Quelle: <a href="https://www.berlin.de/gerichte/arbeitsgericht/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1646619.php" title="Pressemitteilung Arbeitsgericht Berlin" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 07/26 des Arbeitsgerichtes Berlin vom 25.02.2026</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sicherheitskontrolle am Flughafen mit Kopftuch?</title>
		<link>https://www.ra-wollschlaeger.de/jura-update/arbeitsrecht/sicherheitskontrolle-am-flughafen-mit-kopftuch/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 12:47:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RA Wollschlaeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Anforderungen an Arbeitsplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Benachteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbungsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung Kopftuch]]></category>
		<category><![CDATA[gleichstellung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Tätigkeit als Luftsicherheitsassistentin an der Passagier- und Gepäckkontrolle eines Flughafens darf grundsätzlich mit einem religiösen Kopftuch erbracht werden. Lehnt der Arbeitgeber eine Bewerbung ab, weil die Bewerberin ein solches Kopftuch trägt, liegt darin eine nicht gerechtfertigte Benachteiligung aufgrund der Religion. Die Beklagte verantwortet als von der Bundespolizei beliehenes Unternehmen die Passagier- und Gepäckkontrolle am [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Tätigkeit als Luftsicherheitsassistentin an der Passagier- und Gepäckkontrolle eines Flughafens darf grundsätzlich mit einem religiösen Kopftuch erbracht werden. Lehnt der Arbeitgeber eine Bewerbung ab, weil die Bewerberin ein solches Kopftuch trägt, liegt darin eine nicht gerechtfertigte Benachteiligung aufgrund der Religion.</p>
<p>Die Beklagte verantwortet als von der Bundespolizei beliehenes Unternehmen die Passagier- und Gepäckkontrolle am Flughafen Hamburg. Die Klägerin hat sich auf eine dortige Stelle als Luftsicherheitsassistentin beworben. Aufgrund ihres muslimischen Glaubens trägt sie in der Öffentlichkeit ausnahmslos ein Kopftuch.</p>
<p>Ein von der Beklagten mit dem Auswahlprozess beauftragtes Unternehmen lehnte die Bewerbung der Klägerin ab, nachdem diese im Bewerbungsverfahren ein Lichtbild mit Kopftuch vorgelegt hatte. Die Klägerin sah darin eine Benachteiligung aufgrund ihrer Religion und verlangte von der Beklagten eine Entschädigung nach <a href="http://dejure.org/gesetze/AGG/15.html" target="_blank" title="&sect; 15 AGG: Entsch&auml;digung und Schadensersatz">§ 15 Abs. 2 AGG</a>.</p>
<p>Die Beklagte hat sich darauf berufen, die Klägerin sei nicht wegen ihres Kopftuchs, sondern wegen Lücken im Lebenslauf abgelehnt worden. Im Übrigen seien nach einer bei der Beklagten geltenden Konzernbetriebsvereinbarung Kopfbedeckungen aller Art untersagt. Luftsicherheitsassistentinnen unterlägen als von der Bundespolizei Beliehene einem staatlichen Neutralitätsgebot. Dies rechtfertige das Verbot, bei der Arbeit ein religiöses Kopftuch zu tragen.</p>
<p>Die Vorinstanzen haben der Klage stattgegeben und der Klägerin eine Entschädigung iHv. 3.500,00 Euro zugesprochen. Die dagegen gerichtete Revision der Beklagten hatte beim Achten Senat des Bundesarbeitsgerichts keinen Erfolg. Die Klägerin hat – unter Berücksichtigung der Gesamtumstände – ausreichende Indizien iSv. <a href="http://dejure.org/gesetze/AGG/22.html" target="_blank" title="&sect; 22 AGG: Beweislast">§ 22 AGG</a> vorgetragen, die eine Benachteiligung wegen der Religion vermuten lassen. Diese Vermutung hat die Beklagte nicht widerlegt. Das Nichttragen eines Kopftuchs ist keine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung iSv. <a href="http://dejure.org/gesetze/AGG/8.html" target="_blank" title="&sect; 8 AGG: Zul&auml;ssige unterschiedliche Behandlung wegen beruflicher Anforderungen">§ 8 Abs. 1 AGG</a> für eine Tätigkeit als Luftsicherheitsassistentin. Die Beklagte kann sich nicht mit Erfolg darauf berufen, eine häufig konfliktreiche Situation an den Kontrollstellen im Flughafen dürfe nicht durch religiöse Symbole verschärft werden. Objektive Anhaltspunkte dafür, dass es im Bereich der Passagierkontrolle aufgrund des Tragens von Kopftüchern durch Luftsicherheitsassistentinnen vermehrt zu Konfliktsituationen kommt, sind nicht ersichtlich.</p>
<p>Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29. Januar 2026 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20AZR%2049/25" target="_blank" title="BAG, 29.01.2026 - 8 AZR 49/25: Sicherheitskontrolle am Flughafen mit Kopftuch?">8 AZR 49/25</a> –<br />
Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 28. August 2024 – <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20SLa%206/24" target="_blank" title="LAG Hamburg, 28.08.2024 - 5 SLa 6/24">5 SLa 6/24</a> –</p>
<p>Quelle: <a href="https://www.bundesarbeitsgericht.de/presse/sicherheitskontrolle-am-flughafen-mit-kopftuch/" title="Pressemitteilung BAG" target="_blank">Pressemitteilung Nr. 3/26 des Bundesarbeitsgerichtes vom 29.01.2026  </a></p>
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